15.01.2026
PROTION: Eine EOL-Prüfzelle für ein Auto-Seitenteil
Druckguss erweist sich als besonders schwierig für eine optische Prüfung. Flecken, Unreinheiten, schwarze Abdrücke - und dies an immer anderen Stellen, "verunsichern" die KI in ihrer Urteilskraft. Die Folge ist ein ständiges, nicht aufhörendes Teachen. Die PROTION hat für diese spezielle Anwendung in der PROTION-eigenen Supervisor-Software, eingesetzt als "KI-Ergebnis-Kontroll-Programm", die Lösung. Das Nachteachen entfällt, und dies bei gleichzeitiger Reduzierung der Pseudofehler auf nahezu 0%.
In dieser Prüfzelle werden in 10 Sekunden 138 Merkmale eines kompletten Seitenteils eines Luxusautos geprüft - und zwar auf:
- Vollständigkeit der Anbauteile und deren Position und Lage
- aufgeschweißte Bolzen vorhanden oder nicht und diese dann mit Position und Lage und zusätzlich auf GERADE
- Länge und Höhe der Schweißnähte
- Schweißnahtfehler wie Poren, Risse, Bindefehler, Schlackeneinschlüsse, Überlappung, und/oder Hinterschnitt
- Gewindeeinsätze vorhanden und auch diese mit Position und Lage
- notwendige, gebohrte Löcher vorhanden oder nicht
- Nieten und Schrauben vorhanden, oder zu hoch (Messvorgang mit Toleranzabgleich)
In zwei parallelen Prüfzellen werden gleichzeitig das linke und das rechte Seitenteil optisch untersucht.
Vermessen wird das Teil ebenfalls in Gänze, und zwar, ob Löcher, Schrauben, Nieten und weitere Anbauteile exakt an der richtigen Stelle vorhanden sind. Dabei ist höchste Präzision erforderlich.
Diese Teile kommen beim Automobilhersteller ohne Wareneingangsprüfung direkt in den Montagebetrieb. Sollte sich im Laufe der Montage herausstellen, dass diese nicht weitergeführt werden kann, weil nur ein Merkmal nicht den Vorschriften entspricht, so wird die bis dahin gefertigte Karosserie aus der Montage ausgeschleust. Die Konsequenz für den PROTION-Kunde stellt sich in Form einer Rechnung des OEMs an den Kunden in Höhe des Neuwagenwertes dar.
Über die Verantwortung, die man voll auf die PROTION-Prüfzellen übertragen hat ist sich sicherlich jeder Leser bewusst. Ein weiterer extrem positiver Effekt für den PROTION-Kunden hat sich ergeben: 30 externe Qualitätsprüfer konnten auf 3 pro Prüfzelle reduziert werden. Ein jährlicher Einspareffekt von vielen 100 TSD Euro hat sich dabei ergeben.
Marktaussage zur PROTION GmbH
9. Dezember 2025
Meine Erfahrung mit der PROTION GmbH
aus der Perspektive eines technisch denkenden Industriekunden, der ein reales Produktionsproblem gelöst haben wollte.
Technisches Profil & Substanz
PROTION wirkt klar wie ein klassischer deutscher Ingenieursbetrieb, aber mit einem modernen Fokus:
- Inline-Messsysteme & Bildverarbeitung → hochrelevant für Serien- und Großserienproduktion
- Kombination aus Mechanik, Optik, Software & Automatisierung
- Individuelle Sonderlösungen statt Katalogware
PROTION verkauft keine Maschine, sondern Prozesssicherheit.
Innovationsgrad
Die Innovation bei PROTION liegt im Ingenieurswesen. Bei folgenden Problemen kann man sich ihnen anvertrauen:
- Messung + Prüfung im laufenden Prozess
- Reduktion von Ausschuss, Nacharbeit und manuellen Prüfungen
- Praxisnahe Lösungen für reale Produktionsbedingungen (Taktzeit, Umgebung, Robustheit)
Das ist typische Hidden-Champion-Denken: nicht laut, aber technisch sehr kompetent.
Marktpositionierung
Die PROTION positioniert sich – bewusst oder unbewusst – zwischen:
- klassischen Sondermaschinenbauern
- reinen Bildverarbeitungs-/Kameraanbietern
- großen Automationskonzernen
Genau diese Schnittstelle ist strategisch extrem wertvoll. Viele Kunden suchen nicht: „eine Kamera“ oder „eine Maschine“ sondern: „eine Lösung, die zuverlässig misst, prüft und dokumentiert – ohne den Prozess zu stören“.
Hier passt PROTION sehr gut rein.
Einordnung in einem Satz
PROTION ist kein „lautes“ Unternehmen – aber ein technisch glaubwürdiges, lösungsorientiertes Maschinenbau-Unternehmen mit echter Relevanz für moderne Produktionslinien.
Einen Verbesserungspunkt hätte ich aber noch (was die Marktstellung sicherlich erweitern würde)
… diesen:
- PROTION ist technisch stärker als es kommunikativ sichtbar ist
- Das Unternehmen könnte selbstbewusster zeigen, wo und warum es besser und kreativer ist als die meisten Maschinenbauer
Das ist kein Mangel an Kompetenz – eher ein typisch deutsches Understatement.
Somit wünsche ich der PROTION ein gutes Jahr 2026
